• Beate Birkel

Erkältung - Vorbeugung und Hilfe durch chinesische Hausmittel


Kennst Du das auch? – im Herbst, im Winter oder bei Wetterwechsel ist das Risiko uns zu erkälten höher. Wie kommt es dazu?

Wind, Kälte und Feuchtigkeit beherrschen dann das Wetter - und aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) dringen genau diese Klimafaktoren in uns Menschen ein.

Ein eingedrungener Wind wird von unserer Abwehrkraft als Niesen oder Husten wieder herausbefördert. Feuchtigkeit erkennen wir schon an dem einen Tropfen in der Nase, wenn es draussen regnet oder wenn wir uns in der Herbstzeit die Nase putzen müssen, obwohl wir nicht erkältet sind.

Ist die Feuchtigkeit jedoch tiefer in unseren Körper eingedrungen, haben wir verdickte Schleimhäute und Sekrete und als Folge verstopfte Atemwege. Wenn wir uns zu lange in der Kälte aufhalten, kann auch die Kälte in unsere tieferen Schichten eindringen und wir frieren oder frösteln. Der Körper versucht durch Muskelbewegungen (Zittern) der Kälte entgegenzuwirken und wenn wir auf unseren Körper hören, trinken wir heisse Getränke, essen warme Speisen, gehen in die Badewanne oder Sauna. Falls es notwendig ist, heizt sich unser Körper auch auf – dann haben wir Fieber und die TCM spricht von Hitze oder Feuer im Körper.

Meistens dringen gleich mehrere klimatische Faktoren zusammen in unseren Körper ein.

Wer sich häufiger erkältet oder sogar eine chronische Infektion der Atemwege hat z. B. eine Nasen-Nebenhöhlen-Entzündung, leidet meist unter einer Schwäche des Metall-Elementes (Lungen / Dickarm). Diese kann ursprünglich in diesem Element begründet sein, häufig verstärken aber Störungen im Bereich aller fünf Elemente (Erde = Milz/Magen, Wasser = Niere/Blase, Holz = Leber/Gallenblase, Feuer = Herz/Dünndarm) die Erkältungsgefahr, sodass vorrübergehend oder längerfristig eine Infektneigung der oberen Atemwege entstehe kannn. Ursachen hierfür können länger anhaltender Stress sein, Überarbeitung, Erschöpfung oder zu wenig Schlaf. Ungünstigs Essen zu wenig oder zuviel Bewegung sind ebenfalls mögliche Faktoren.

Was können wir im Falle einer gerade beginnenden Erkältung tun?

Versuche Dich - wenn möglich - auszuruhen. Schwitzen hilft, z. B. mit einem frisch gekochten Ingwertee. Frischer Ingwer (nicht getrocknet und auch nicht als Pulver!!) ist ein bekanntes Heilmittel in der TCM. Frischer Ingwer gilt als scharf und erwärmend und kann auf diese Art eingedrungene Faktoren wie Wind oder Kälte lösen, heraus- werfen und den Körper befreien und stärken. Ingwer wirkt auf die Lunge und den Magen.

WICHTIG! da der Ingwer wärmt, sollte er bei bereits bestehendem Fieber, heissem Kopf oder Magen nicht eingenommen werden! Auch in der Schwangerschaft sollte frischer Ingwer nicht angewendet werden – er wirkt zu „bewegend“.

Bei gerade beginnenden Infekten jedoch ist Ingwer-Wasser genau das Richtige!

Ingwer-Tee kochen

Ein etwa daumengroßes Stück der frischen Ingwerwurzel mit Schale in schmale Scheiben schneiden. Mit 1-2 Tassen Wasser kurz aufkochen und 10 Minuten ziehen lassen. Je nach Geschmack gern mit braunem Zucker oder Honig süßen. Wer es mag, kann gern die Ingwerscheiben essen.

Wirkung:

Neben der allgemeinen Stärkung des Metall-Elementes (Lunge), verhindert Ingwer das erneute Eintreten von Wind (z.B. Husten, Niesen), Feuchtigkeit (zum Beispiel Sekrete, verstopfte Nase) und Eintreten von Kälte (fiebrig-krank, frösteln).

Was sollten wir essen, wenn die Erkältung da ist?

Grundsätzlich empfiehlt es sich in der akuten Erkältungsphase Milchprodukte, Weizen und raffinierten Zucker und Fleisch zu reduzieren oder am besten darauf zu verzichten. Aus Sicht der TCM ist es ebenfalls sehr wichtig, warm zu frühstücken z.B. Haferschleim mit Wasser und ggf. Trockenfrüchten. Sehr zu empfehlen sind kräfigende Brühen oder Suppen und Reis.

Was können wir zur Vorbeugung tun?

Bewegung an der frischen Luft und gut durchatmen! Das befeuchtet unter anderem die Atemwege, die durch Heizungsluft austrocknen. Die Abwehrkraft verteilt sich dadurch besser an den Oberflächen und kann ihre Aufgaben erfüllen. Ziehe dich ausreichend warm und gegen Wind geschützt an. Besonders am oberen, seitlichen Nacken an der Schädelbasis finden sich Punkte an denen der Wind besonders gern eindringt. Wenn Du es schaffst, dann trainieren deine Poren, damit diese sich schnell genug verschliessen bevor Wind, Kälte und Feuchtigkeit eindringen. z.B. durch Saunagänge oder auch kalt duschen. Bürste deine Haut oder rubbel dich kräftig trocken. Das fördert die Durchblutung der Haut und hilft dem Stoffwechsel bei der Entgiftung und Reinigung.

Komme gut und gesund durch die Erkältungszeit!

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